Jugend

Wir möchten unserer Jugend ein Stimme verleihen, die Gewicht hat. Jugendliche sollen ihre Meinung nicht nur äußern können, sondern – obwohl sie noch nicht wahlberechtigt sind- etwas damit bewegen können. Deshalb planen wir ein Jugendparlament auf den Weg zu bringen. Junge Bürger bekommen dadurch die Möglichkeit, ihre Forderungen direkt an den Stadtrat heran zu tragen. Unsere Jugend könnte sich auf diesem Weg aktiv und offen in unserer Stadt einbringen.

 

 

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Team v.l.: Anna Stobbe, Julia Ernst, Robert Ebner

 

1. Rahmenbedingungen für ein Jugendparlament

Die Stadt Viechtach bietet hervorragende strukturelle Voraussetzungen für die Initiierung eines Jugendparlamentes. Zum einen ist hier die Viechtacher Schullandschaft mit dem sonderpädagogischen Förderzentrum, der Grund- und Mittelschule, der Realschule und dem Gymnasium zu nennen.

Zum anderen hat die Stadt Viechtach die Stelle des Stadtjugendpflegers und damit einhergehend das Jugendzentrum geschaffen.

Durch die Vernetzung dieser Institutionen kann ein pädagogisch begleiteter Zugang zu den Jugendlichen auf Augenhöhe gefunden werden.

 

2. Wen wollen wir ansprechen?

Für das Jugendparlament Viechtach kommen Jugendliche in Frage, die im Stadtgebiet Viechtach wohnen oder eine der Viechtacher Schulen besuchen. (siehe Jupa Pfaffenhofen)

 

 3. Warum ein Jugendparlament? Welche Vorteile bringt es für Viechtach?

 

Für die Zukunft der Stadt ist es wichtig, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Gehör zu verschaffen.

Grundlegend erzeugt die Schaffung der Partizipationsmöglichkeit einen Kreislauf:

Partizipation – Interesse – Identifikation – Engagement – Partizipation – Interesse….

 

Viele Jugendliche, bezugnehmend auf die Shell Jugendstudie von 2010 (Daten, Argumente folgen) verspüren einen hohen Grad der Politikverdrossenheit. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Politik aus Sicht der Jugendlichen nicht für ihre Belange einsetzt und zudem eine Art „Paralleluniversum“ darstellt, das für sich selbst existiert. Weiter wird nicht daran geglaubt, dass das Einbringen einer eigenen Meinung Konsequenzen nach sich zieht. Welche Folgen diese Teilnahmslosigkeit an der Politik in der jungen Generation nach sich ziehen wird, ist an der Wahlbeteiligung zu sehen. Im Übrigen zeigen die Wählerzahlen, dass dies auch ein Problem ist, welches sich durch alle Altersschichten zieht. Die Konsequenz daraus ist, dass sich die Art wie man Politik gestaltet grundlegend verändern muss.

Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung (2010) fördert Jugendpartizipation soziale Integration, Selbstvertrauen und politisches Bewusstsein. Jugendliche lernen für ihre Standpunkte einzutreten und demokratisch getroffene Entscheidungen zu akzeptieren. Jugendliche können ihre eigenen Lebenswelten gestalten und damit zu mündigen selbstbestimmten Bürgern heranwachsen.

 

4. Wie sieht die konkrete Arbeit aus?

Ein Jugendparlament ist ein weitgehend selbstorganisiertes Gremium, das sich für die Belange der Jugend in der Stadtpolitik einsetzt und dem Stadtrat Vorschläge und Lösungsansätze für jugendpolitische Fragestellungen bietet. Es vertritt die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen einer Kommune zu vertreten. Das Parlament bezieht Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren ein, wobei eine Anbindung an ein Kinderparlament auch die Arbeit mit jüngeren Teilnehmern ermöglichen würde.

Bei einem Jugendparlament handelt es sich um eine repräsentative Form der Jugendbeteiligung, d.h. die Mitglieder werden demokratisch als Vertreter der gesamten Stadtjugend gewählt.

Die genaue Anzahl der Mitglieder wird von der Verwaltung sowie einer Satzung bestimmt. In der Realität haben sich 9-30 Mitglieder als Zahl etabliert (Maßlo, 2009). Für Viechtach empfiehlt sich als relativ kleine Stadt eine Mitgliedszahl im niedrigeren Bereich, also um 20 Sitze, wie der Stadtrat.

Das aktive Wahlrecht erhält jeder, der am Wahltag das 19. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das passive Wahlrecht kann jeder beanspruchen, der zwischen 14 und 21 Jahren alt ist und ebenfalls den Hauptwohnsitz in Viechtach hat.

 

Als Wahlort lassen sich, vom Wiesbadener Modell abgeleitet, vor allem Schulen als geeignet feststellen. Dort können die Stimmzettel (Briefwahl) abgegeben werden und gesammelt an den Stadtrat weitergeleitet werden.  Dies erhöht die Wahlbeteiligung im Vergleich zu einem Modell, das nicht an die Schulen angebunden ist, signifikant.

 

Eine Einführung eines Jugendparlamentes zieht nach sich, dass dieses Gremium mit gewissen Rechten ausgestattet werden muss. Dafür muss ein eigener Etat zur Verfügung gestellt werden, der Fixkosten deckt. Dabei kann eine enge Anbindung an Ressourcen der Stadt angedacht werden, damit dieser Etat eine angemessene Höhe nicht übersteigt. Im Allgemeinen werden Jugendparlamente mit einem Etat von 500-2500 Euro bedacht.

 

Zudem muss eine Anbindung an den Stadtrat gewährleistet sein. Nur wenn die teilnehmenden Jugendlichen Konsequenzen ihres Engagements sehen, kann die Motivation zur Teilnahme aufrecht erhalten werden. Die Jugendlichen könnten dabei ihre Ideen und Vorschläge über ein Antragsrecht oder ein Rederecht dem Stadtrat vorbringen. Im Gegenzug dazu können Stadtratsmitglieder aktiv an Sitzungen des Jugendparlamentes teilnehmen.

 

Ein wichtiger Faktor ist eine pädagogische Fachbetreuung. Dieses Gremium kann bis zu seiner Konsolidierung vom Stadtjugendpfleger geleitet und koordiniert werden. Darüber hinaus wird eine Zusammenarbeit mit dem künftigen Jugendbeauftragten des Stadtrates erforderlich. In Zukunft soll sich das Gremium jedoch weitgehend selbst verwalten und organisieren. Des Weiteren ist eine Anbindung an den Verein für offene Jugendarbeit in Viechtach denkbar.

Eine weitere Vernetzung des Parlamentes mit Schulen, mit der Stadtverwaltung, dem Jugendzentrum, Vereinen und Initiativen ist unabdingbar und führt zu einer erfolgreicheren und nachhaltigeren Umsetzung.

Jugendliche sind die Meister der neuen Medien. Diese Kompetenz muss mit in die Stadtpolitik integriert werden. Wenn für die einen die Fähigkeit der „Vernetzung“  eine Folge unserer schnelllebigen Zeit ist, stellt es für die Jugendliche einen alltäglichen Handlungsansatz dar. Dieses Potential muss genutzt werden und kann vor allem auch bei der Organisation von Projekten genutzt werden (z.B. Konzerte o.ä.).

 

5. Wie werden die Jugendlichen angesprochen?

Über Schulen und das Jugendzentrum Viechtach können die Jugendlichen leicht auf das Projekt aufmerksam gemacht werden.

Auch könnten die Schüler mit Projekten im Unterricht an das Jugendparlament herangeführt werde. Jugendlichen muss Verantwortung übertragen werden, damit die merken, dass ihr Handeln etwas bewegt. Offenere Projekte wie Ideenwerkstätten oder Kulturveranstaltungen (insbesondere Konzerte) können Vorstufen zur Gründung eines Jugendparlamentes darstellen. Im Verlauf wird dann eine größere Verbindlichkeit des Engagements angestrebt, die mit der  Bildung eines Jugendparlamentes erreicht wird.

Fazit: Ein Jugendparlament ist nicht nur wichtig für die Stadt, es ist wichtig für das zukünftige Selbstverständnis der Politik an sich. In der aktuellen Diskussion um den demographischen Wandel muss den Jugendlichen eine Stimme gegeben werden, um ihren Lebenswelten selbst mitgestalten zu dürfen.

 

 

Wir freuen uns über Anregungen zum Arbeitskreis durch die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular.

Unsere Teams stehen neuen Interessierten jederzeit offen.

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