„Die Verantwortlichen müssen verantwortlich handeln”

 

Mahnwache gegen Atomkraft am Viechtacher Stadtplatz:  

An die 50 Menschen nahmen am Freitagabend in Viechtach an der Mahnwache gegen Atomkraft statt. Die Aktion war wie im Vorjahr von Zukunft Viechtach gemeinsam mit dem Regener Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen veranstaltet worden. Es wurde der Opfer sowohl des Super-GAU am 11. März 2011 im japanischen Fukushima als auch der Nuklearkatastrophe vor 30 Jahren in Tschernobyl gedacht.Mit Kerzen und Windlichtern versammelten sich die Teilnehmer auf dem Vorplatz der Stadtpfarrkirche. Andreas Zacher („Kuno“) spielte auf der Gitarre und sang Lieder wie „This land is your land“ und „The times they are a-changing“.

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Stadträtin Christine Hagengruber (Zukunft Viechtach) sagte in ihrer kurzen Ansprache, man könne sich bei solchen Mahnwachen fragen: „Was bringt es, wenn wir uns hierher stellen?“ Doch man wolle immer wieder zeigen, dass jeder Einzelne etwas bewirken kann, und vor allem: „Wir werden nicht müde, den Verantwortlichen zu sagen, dass sie verantwortlich handeln müssen.“

Gerd Winklbauer (Kreisverband Regen Bündnis 90/ Die Grünen) gab anschließend aktuelle Fakten zur Atomkraftnutzung bekannt. „Zeit frisst Erinnerung“, bedauerte er, vielen Menschen sei nach wie vor egal, wie der Strom aus der Steckdose produziert werde. Doch ein Aufweichen des deutschen Ausstiegs aus der Kernenergie sei nicht zu akzeptieren. Winklbauer führte mehrere Beispiele für die langfristigen Folgen von Reaktorhavarien und Störfällen auf. In Fukushima wird es nach optimistischen Schätzungen des Betreibers ca. 30 bis 40 Jahre dauern, bis das Kraftwerk gesichert ist. 750.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser lagert dort in Tanks; derzeit wird der Boden der Wohngebiete dekontaminiert, das umliegende Areal dagegen nicht. Im 1986 havarierten ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl wird derzeit eine neue Schutzhülle gegen die austretende Radioaktivität gebaut; der bisherige Sarkophag ist brüchig geworden.

Winklbauer ging auf diverse Störfälle in Nachbarländern Deutschlands ein, etwa im elsässischen Fessenheim, im schweizerischen Benznau, in den belgischen Werken Tihange und Doel. Nach Ausführungen zu den Folgekosten der Atomkraft, des Abrisses von AKWs und der Endlagerung von Atommüll sprach sich Winklbauer gegen die von der deutschen Regierung geplante Abschaffung der Brennelemente-Steuer aus: „Die Folgen eines Reaktorunglücks trägt sowieso die Gesellschaft, wie man in Japan sehen kann. Unter diesem Gesichtspunkt darf man den Konzernen nicht auch noch Geld schenken.“ Atomstrom deckt noch immer 11% des weltweiten Strombedarfs, im Jahr 2015 gingen 10 neue Reaktoren ans Netz, nur zwei wurden stillgelegt.

-EVA BAUERNFEIND

Zusatz-Info: In den Schaufenstern der Kinopassage (Neue Post Lichtspiele und Kornhaus) sind derzeit 15 „Ausgestrahlt“-Plakate mit Informationen zur Atomkraft ausgestellt.

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